TITANIC Beatrix von Storch (AfD) fällt auf Satire herein 

Die stellvertrende Fraktionsvorsitzende der der AfD, Beatrix von Storch, konfrontierte heute im Bundestag den Redner der SPD, Helge Lind, mit einer Eilmeldung der BILD-Zeitung: "Seehofer kündigt Unionsbündnis mit CDU auf", hieß es dort. Die Eilmeldung war "echt", die Quelle indes nicht: Mit einem Fake-Account bei Twitter hatte der Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen unter dem Namen "hr Tagesgeschehen" verkündet: "+++ Breaking – Politbombe platzt in Hessen +++ Seehofer kündigt laut interner Bouffier-Mail Unionsbündnis mit CDU auf...".

Der Tweed war u.a. der Nachrichtenagentur Reuters, dem Magazin Focus, dem Nachrichtensender n-tv und eben auch der BILD eine Eilmeldung wert, und prompt zitierte Frau von Storch aus die Falschmeldung im Bundestag.

Keine juristischen Schritte gegen Titanic geplant

Der Hessische Rundfunk kritisiert in seiner offiziellen Stellungnahme Twitter, plant jedoch keine rechtlichen Schritte gegen die Titanic.

"Wir haben schnell verstanden, dass es Satire und ein Gag der Titanic ist. Und wir haben uns von der Meldung auf diversen Kanälen distanziert.
Solch eine Falschmeldung unterstreicht die Bedeutung und Wichtigkeit von Qualitätsjournalismus. Dazu gehört, dass grundsätzlich Quellen geprüft werden bzw. mit mehreren Quellen gearbeitet wird. Twitter würden wir empfehlen, seine Zertifizierungsprozesse zu überprüfen. Eine Änderung des Klarnamens führt derzeit nicht zum Verlust der Zertifizierung eines Accounts. Vorerst werden wir nicht juristisch gegen den Titanic-Redakteur vorgehen." Quelle: hessenschau.de

Und Twitter sieht offenbar auch keinen Grund für ein rechtliches Vorgehen gegen die Titanic:

 

Titanic:"Es ist zu einfach"

Titanic-Redakteur Moritz Hürtgen genießt derweil seinen Coup - krititsiert jedoch zu Recht, dass es ihm zu leicht gemacht wurde. Unter dem süffisanten Titel "Wie TITANIC dem deutschen Medienbetrieb (und Beatrix von Storch) das Ende der Union unterjubelte" erläutert er minutiös den Ablauf, vom Erstellen des Fake-Accounts bis zur ersten Eilmeldung bei Reuters. Die Frage, warum diverse Medien die Meldung nicht durch einen einfachen Anruf bei der hr-Redaktion nachgeprüft haben, bleibt jedoch offen. Fazit: Es ist definitiv zu einfach.  

Thomas Löding, culturmagazin.de vom 15.06.2018


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